Fairtube und Tech-Branche: »Die digitale Welt ist wie Wildwest«

Christiane Benner ist Zweite Vorsitzende der IG Metall

Metall-Gewerkschafterin Christiane Benner über den Kampf um soziale Gerechtigkeit und Umverteilung in der Plattformökonomie.

Frau Benner, bei dem Verein Fairtube engagiert sich die IG Metall seit 2019 für die Belange von Youtuber:innen. Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Initiative für eine Gewerkschaft, die mehrheitlich Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie vertritt. Wie kam es dazu?
Wir sind seit 2012 im Rahmen der sogenannten Plattformökonomie aktiv. Damals haben wir beobachtet, dass immer mehr Menschen ihre Arbeitsleistung auf Internetplattformen anbieten. Auch in unserem Bereich. Wir haben daraufhin viele Workshops mit Click- und Crowdworkern gemacht. So entstand auch der Kontakt zu Jörg Sprave und der Youtubers Union.

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Bilder und Metaphern im Wortschatz rund um die Coronapandemie

Von Annette Klosa-Kückelhaus, Auszüge in den Blog gestellt von Michael Rasch

Die Autorin ist Leiterin des Programmbereichs »Lexikographie und Sprachdokumentation« in der Abteilung Lexik am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim.

In der Berichterstattung und der öffentlichen Diskussion rund um die Coronapandemie sind einige Ausdrücke aufgekommen, die gerade dadurch, dass sie ganz bestimmte Bilder vor unserem geistigen Auge entstehen lassen, ganz bewusst gewählt und verwendet werden, um eigene Meinungen auszudrücken, gewisse Emotionen hervorzurufen, ggf. um Stimmung zu machen usw. Neben dem besonders häufig auftretenden Bild der Welle (wie in Coronawelle, Pandemiewelle, zweite Welle usw.) gibt es nicht nur weitere abstrakte bildhafte Ausdrücke, die Zustände, Vorgänge usw. bezeichnen, sondern auch konkrete, z. B. zur Bezeichnung von Personen, wie die folgenden Belege aus Onlinequellen illustrieren, in denen häufig auch durch weitere sprachliche Mittel die eigene Meinung untermauert oder eine Gefühlslage transportiert wird:

Tsunami, Wellenbrecher und Viruswolke. Bilder, die das unfassbare fassbar machen sollen.
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Strategisches Framing

Einen Deutungsrahmen herstellen, Dinge in einen Rahmen stellen, Inhalte darstellen. Der Unterschied zwischen FakeNews und Framing wird deutlich. In diesem Buch gibt es neben der Einführung gute Beispiele, wie geframed wird. Drei Beispiele zeigt der Blog auf. Einen großen Anschnitt widmet der Autor dem strategischen Framing und seinen Techniken. Ebenso kommt das Frame-Building und das Frame-Setting zu Wort. Spannend gemacht und ein Gewinn für die Öffentlichkeitsarbeit. 

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»Wir müssen widersprechen«

Der Autor Hasnain Kazim über den richtigen Umgang mit Hassmails und die Kultur des Streitens

oder die Möglichkeiten und Grenzen eines erfolgreichen Konfliktmanagements…

Im öffentlichen, privaten und betrieblichen Raum stellt das Konfliktmanagement eine besondere Herausforderung dar, wobei an zentraler Stelle eines erfolgreichen Managements steht, im Vorfeld die Möglichkeiten und Grenzen zu prüfen und die zu erreichenden Ziele zu formulieren.

Die große Zahl der gescheiterten Konfliktlösungen ist begründet durch eine mangelhafte Analyse des Konflikts, wobei z. B. eine ausreichend große Bereitschaft zur Konfliktlösung oder zur Kommunikation zwischen den Konfliktparteien nicht geprüft wurde – und bewusste und unbewusste realitätsferne Ziele in den Hinterköpfen schlummerten.
Übrigens: Eines der Gradmesser für die Qualität eines Teams, ist seine Fähigkeit für ein erfolgreiches Konfliktmanagement!

Gegenwärtig ist die Konfliktentwicklung und -bearbeitung in den sozialen Medien und Netzwerken ein beherrschendes Thema, wo Personen des öffentlichen Lebens, Vorgesetzte, Kolleg*innen, Betriebsrät*innen es mit anonymen Konfliktgegnern zu tun haben.

Interview mit Hasnain Kazim
(Weser-Kurier, 13. Februar 2020)

Herr Kazim, Sie haben nach »Post von Karlheinz« ein weiteres Buch mit Beispielen und Anleitungen zur Auseinandersetzung mit Pöblern und Populisten veröffentlicht. Warum?
Hasnain Kazim: Ich habe sehr viele Erfahrungen mit Menschen machen müssen, die mich beschimpfen und beleidigen. Es vergeht kein Tag, an dem ich keine Hassmails bekomme. Und ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die unsicher sind, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Ich halte es für wichtig, zu reagieren, sich zu wehren und andere in die Schranken zu weisen, wenn sie Grenzen überschreiten. Denn es gibt in einer zivilisierten Gesellschaft Grenzen des Sagbaren. Sie werden nicht vom Strafrecht bestimmt, sondern von Moral und Anstand. Eine Diskussionskultur verdient ihren Namen nur, wenn man die ausschließt, die von sich geben, was jenseits des Sagbaren liegt.

Sie bedienen sich verschiedener Varianten, um Paroli zu bieten: betonter Höflichkeit, Sarkasmus, Spott, Zurückgepöbel sowie Ignoranz. Ein Patentrezept haben Sie ausdrücklich nicht, Sie empfehlen aber grundsätzlich, sich sozusagen mit Hingabe zu streiten.
Wir müssen den Mut haben, uns zu streiten. Wir müssen widersprechen, wir müssen uns auseinandersetzen, unsere Stimmen hörbar machen, gerade gegenüber Pöblern und Populisten vom rechten Rand.

Kann man mit Reaktionen dort irgendetwas erreichen?
Meiner Erfahrung nach bewirke ich etwas bei Pi mal Daumen einem Viertel der Menschen, mit denen ich mich auseinandersetze. Mit ihnen kommt es zu einem inhaltlichen Austausch, zum Austausch von Argumenten und auch zu Einsichten. Drei Viertel pöbeln weiter, einerlei wie ich reagiere, manche hören auch damit auf. Dann habe ich wenigstens erreicht, dass sie den Mund halten.

Bieten Sie alleine durch Ihren Namen und die Herkunft Ihrer Eltern eine größere Angriffsfläche als andere?
Ganz sicher. Es gibt Menschen, die sind der Meinung, dass ich niemals ein gleichwertiges Mitglied dieser Gesellschaft sein kann, dass ich kein richtiger, sondern höchstens Passdeutscher sein kann. Selbst wenn ich Artikel schreibe, die gar nichts mit Rechtspopulismus, der AfD oder dem Islam oder anderen Themen zu tun haben, die Pöbler und Populisten triggern, werde ich angefeindet. Ich habe zu einem Reisebericht über eine Fahrradtour an der Donau Mails bekommen, deren Absender sich darüber empörten, dass sich ein Ausländer herausnehme, Deutschen Reiseempfehlungen zu geben.

Teilen Sie den Befund, dass der Ton allgemein rauer geworden ist?
Auf jeden Fall. Je mehr Leute herumpöbeln und -beleidigen und je weniger Leute widersprechen, desto mehr wächst die Akzeptanz dieses Verhaltens. Wenn ein US-Präsident jeden Tag bei Twitter Niedertracht und Beleidigungen verbreitet, hat das Folgen, ganz klar. Er hat durch seine gesellschaftliche Position eine Vorbildfunktion inne, auch in seiner Kommunikation. Und Trump ist ja nicht der Einzige, der in dieser Form kommuniziert.

Grundsätzlich scheinen sich Meinungen sehr stark voneinander abzugrenzen oder sich sogar ausschließlich an der Abgrenzung zu schärfen. Die Kommunikation scheint oft gar nicht auf Diskurs oder Austausch angelegt zu sein.
Das Problem ist, dass die Zahl derer, die herumpöbeln und sprachlich entgleisen, überhandgenommen hat. Man hat einfach zu lange zu viel erduldet und unwidersprochen hingenommen. Jeder kann zu allem seine Meinung sagen, aber er muss damit leben, dass er damit auf Widerspruch stößt. Meinungsfreiheit heißt nicht Widerspruchsfreiheit. Man kann die Flüchtlingspolitik kritisieren, aber wenn irgendwer irgendwem Gewalt androht oder den Tod wünscht, ist einfach Schluss. Diese Menschen müssen Konsequenzen zu spüren bekommen. Man muss ihnen entgegentreten.

Sie haben kürzlich ein Angebot zum Widerspruch abgelehnt. Sie waren als Gast in einer Talkshow vorgesehen, ebenso wie Thilo Sarrazin. Sie haben abgelehnt. Darf Herr Sarrazin keine Meinung haben?
Doch, selbstverständlich. Aber Sarrazin konstruiert teils haarsträubende Argumente, die keiner Überprüfung standhalten. Er schert ganze Bevölkerungsgruppen über einen Kamm, meistens negativ. Das ist keine Grundlage für eine Diskussion. Andere können das machen, aber ich halte nicht als Staffage für seinen Auftritt her.

Sie schreiben in Ihrem Buch: »Um Leute mit undemokratischen Ideen von der Macht fernzuhalten, bin ich gerne Demokrat, der undemokratische Mittel nutzt.« Wie passt das zusammen?
Das ist ein Paradoxon. Ich predige Toleranz, aber gegenüber Menschen, die intolerant sind, möchte ich bitte auch intolerant sein. Die AfD, aber auch Erdogan reiten darauf herum, dass sie gewählt worden sind. Das stimmt. Aber nur, weil man mit demokratischen Mitteln an die Macht oder ins Parlament gekommen ist, heißt das noch lange nicht, dass man Demokrat ist. Im Gegenteil: Diese Leute nutzen die Vorteile der Demokratie aus, um sie, sobald sie an der Macht sind, zu bekämpfen. Das berechtigt mich dazu, sie zu ächten und auszugrenzen, und ich wünschte, das täten noch viel mehr Menschen.

Wenn man Ihr neues Buch liest, wenn man Ihnen zuhört, meint man, der Umgang mit Pöblern sei quasi ein Kinderspiel. Sind Sie wirklich gestählt, oder lassen Sie sich doch hin und wieder erschüttern?
Ich lasse solche Gedanken ganz bewusst nicht zu, weil ich sehe, dass immer mehr Menschen, auch Kollegen, bei ihrer Arbeit eine Schere im Kopf haben, weil sie befürchten, rundgemacht oder bedroht zu werden. Das darf man nicht zulassen. Ende vergangenen Jahres habe ich nach einem Artikel zur AfD so viele Morddrohungen bekommen wie noch nie, jeden Tag mindestens ein Dutzend. Das macht etwas mit einem, natürlich. Aber ich mache weiter, ich muss weitermachen. Ich lasse mich nicht mundtot machen.

 

50 Jahre Sendung mit der Maus…

…und wie die Teilnehmer*innen der Teamentwicklung im Innenministerium in Jordanien wieder zu »Kindern« wurden.

Um festgefahrene Teamstrukturen wieder in Bewegung zu bringen ist ein probates Mittel, rationale, gehemmte und technisch orientierte Denkstrukturen aufzulösen. Psychologisch gesehen handelt es sich um den Versuch, erwachsene Frauen und Männer zu einem kindlichen bzw. kindlicheren Blick zu animieren bzw. zu verhelfen. Dieses sogenannte »primärprozesshafte Denken« findet sich zum Beispiel auch in Fantasien und Träumen.

Im Rahmen eines Teamentwicklungsprozesses für das Innenministerium in Jordanien, bei dem es um die Analyse der Organisationsstruktur und Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium und den Direktoren der Justizvollzugsanstalten ging, wurden die anwesenden Teilnehmer im Rahmen einer »kreativen Organisationsanalyse« aufgefordert, ein Bild über den aktuellen Zustand der Zusammenarbeit zu malen.

Eine Gruppe zeichnete dabei ein Bild, in dem die Gefängnisdirektorien als »Erde« und das Innenministerium als »Mars« dargestellt wurden. Durch den »kindlichen/primärprozesshaften Blick« war bei der Vorstellung des Bildes allen Teilnehmenden unmittelbar klar, worin die Herausforderung für den Teamentwicklungsprozess bestand.

Die Sendung mit der Maus ist eine wunderbare Form, die Fantasien, Träume und »verrückten Ideen«, d. h., das primärprozesshafte Denken von Kindern auszudrücken, mit ihm künstlerisch umzugehen, es weiterzuentwickeln und so die Welt von Kindern und Erwachsenen zu verändern.

»Niemand fragt so gerne wie Kinder«

Interview mit Armin Maiwald vom »Maus-Team« über Pannen und Veränderungen

Aus: Weser-Kurier vom 7. März 2021

Sie haben in 50 Jahren viel erlebt. Gibt es eine Folge, die Ihnen in der Vorbereitung besonders viel Spaß gemacht hat?
Alles, was vergangen ist, ist Historie. Da kann ich nichts mehr dran ändern, und vieles ist auch im Sumpf des Vergessens begraben. Eigentlich macht jede Frage wieder neu Spaß und fordert neu heraus. Insofern ist immer die nächste Frage die wichtigste, schönste und die, an der man sich am meisten die Zähne ausbeißt – oder auch nicht.

Die Zähne ausgebissen haben Sie sich zum Beispiel an der Frage, was Vitamin C in unseren Körper macht…
Die Vorbereitungen haben drei Jahre gedauert. Vitamin C ist wichtig für die Makrophagen – vereinfacht gesagt für die weißen Blutkörperchen. Die brauchen Vitamin C, um ihren Jagdinstinkt nicht zu verlieren und Bakterien zu jagen. Wenn sie kein Vitamin  C kriegen, schlafen sie ein. Das passiert jede Sekunde unseres Lebens in unserem Blut. Das Ganze mussten wir also auch in lebendigem Blut zeigen. Wenn man die Jagd darstellen will, muss man bei einem flachen Fernsehbildschirm die Makrophagen auf die eine und die Bakterien auf die andere Seite kriegen. Das ist schon bei Tieren schwierig, denen zu sagen, geh mal von links nach rechts. Aber bei Bakterien? Ein Haufen Arbeit.

Wie ist es der Maus gelungen, so lange erfolgreich zu bleiben?
Ich glaube, ein Rezept ist, dass wir die Fragen der Kinder – so bekloppt die Fragen auch im ersten Moment erscheinen mögen – ernst nehmen und versuchen, sie mit einer sauberen Recherche zu beantworten. Dass wir uns als Reporter begreifen, die nach draußen gehen und versuchen, eine Geschichte zurückzubringen, und dass wir die Zuschauer einladen, uns auf dieser Reise zu begleiten. Und wenn wir mal einen Fehler gemacht haben, dann geben wir ihn zu. Das gibt eine gewisse Glaubwürdigkeit.

Zum Beispiel, als Sie »dasselbe« und »das Gleiche« verwechselt haben…
Genau. Da fühlten sich alle Lehrer der Nation bemüßigt zu schreiben: Wie kann man solche Idioten Fernsehen machen lassen? Da kann man wütend drauf reagieren, wir haben uns aber entschlossen, eine lustige Richtigstellung zu machen. Ich bin mit meinem Kollegen in die gleiche Hose gestiegen – bedeutet, wir haben beide die gleiche Jeans angezogen. Und wir sind beide zusammen in dieselbe Hose gestiegen, jeder in ein Hosenbein. Und zum Ende haben wir gesagt: Wir versprechen, nie wieder einen Fehler zu machen, bis zum nächsten Mal.

Erzählen Sie uns doch mal eine kleine Lachgeschichte. Welche Panne aus 50 Jahren ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
Wir hatten einmal erfahren, dass Carl von Linné, ein Naturforscher, vor etwa 200 Jahren in Uppsala herausgefunden hat, dass bestimmte Pflanzen zu einer bestimmten Uhrzeit die Blüten öffnen und zu einer anderen wieder schließen. Das fanden wir spannend. Wir haben eine Gärtnerei angerufen, die diese Pflanze hatte und sie mit einer Zeitrafferkamera rund um die Uhr beobachtet. Aber es hat sich während dieser 24 Stunden überhaupt nichts getan. Also sind wir frustriert nach Hause gefahren, haben die Geschichte unseres Scheiterns erzählt und die Zuschauer aufgefordert, uns zu schreiben, ob sie wüssten, woran es gelegen haben könnte. Es kamen jede Menge Briefe. Also haben wir es im nächsten Jahr noch einmal probiert. Und im nächsten Jahr wieder. Irgendwann haben wir an die Universität in Uppsala geschrieben, dass wir es drei Mal versucht haben, es aber nicht geklappt hat. Und da schrieb die Universität zurück: Macht euch nichts daraus, bei uns auch nicht.

Die Maus ist sich in 50 Jahren recht treu geblieben. Was hat sich trotzdem verändert?
Sie wird nicht mehr auf Folie gezeichnet, wie zu Anfängen, sondern am Computer gemacht. Die Schnittfolgen sind kürzer geworden, und es gibt völlig andere Themen. Es gibt aber auch Fragen, die bis heute immer wieder gestellt werden.

Zum Beispiel?
Eine der meistgestellten Fragen ist: Warum ist der Himmel blau? Die Frage kommt zuerst bei den Eltern an, die sagen: Weiß ich auch nicht! Und dann landet die Frage bei uns auf dem Schreibtisch.

Welche Fragen haben Ihnen in der Redaktion am meisten Kopfzerbrechen bereitet?
Zum 25. Mausgeburtstag ist ein schwerbehindertes Mädchen gestorben, Katharina. Wir haben uns gefragt, ob man diese Geschichte erzählen kann und haben es getan. Diese Geschichte hat uns viel Kopfzerbrechen bereitet. Aber auch die Nachkriegsmaus, die ich mal gemacht habe; die Frage, warum Erdöl so wichtig ist oder – damals nach Tschernobyl – warum ein Atomkraftwerk so gefährlich ist. Das sind alles sehr komplizierte Fragen, die man nicht mit einem Satz beantworten kann. Da muss man schon richtig in die Tiefe gehen, um eine gewisse Art von Durchblick zu erzeugen.

Jetzt mal unter uns: Wer ist Ihr persönlicher Favorit, die Maus oder der Elefant?
Eigentlich der Elefant, weil der so ein bisschen brämelig und drusselig ist, und Elefanten haben auch ein unheimlich gutes Gedächtnis. Wenn man einem Elefanten mal etwas getan hat, dann vergisst der das nie! Außerdem ist blau meine Lieblingsfarbe. Aber die Maus habe ich natürlich auch gerne.

Gibt es noch etwas, was Sie der Maus zu ihrem 50. Geburtstag wünschen?
Dass sie so bleibt, wie sie ist und ihre Markenzeichen nicht verliert. Dass sie sauber recherchiert und immer neugierig bleibt!

Wie viel Führung braucht ein gutes Team?

Aus der Zukunftswerkstatt. So stellen sich die Betriebsräte ihre Zusammenarbeit 2025 vor: Ein buntes und engagiertes überschaubares Team am runden Tisch. Hier geht es um die besten Ideen, erreichbare Ziele und fundiertes Wissen. Der Tarifvertrag sitzt mit am Tisch und schafft Sicherheit. Die Tür ist offen – Geheimrat war gestern…

Was zeichnet eine wirklich gute Teamarbeit am Ende aus? Was stärkt den Teamgeist am besten? Und was schwächt den Teamgeist? 
Wie viel Autorität benötigt und verträgt ein Team?  Was muss ein Teamleiter können?

»Hannemann geh Du voran«. Das ist schon lange vorbei. Betriebsräte arbeiten heute längst in Themen und projektbezogen in Teams. Dennoch: die Frage nach Leitung und Führung in Betriebsratsgremien und Gewerkschaftsgliederungen ist sehr umstritten. 
»Kleine Ensembles spielen besser ohne Dirigent«. Der Artikel zu Teams und Führung im Spiegel hat mich neugierig gemacht. Der Soziologe Armin Nassehi ist Experte über Zusammenarbeit und seit 1998 Professor für Soziologie an der Uni München.

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Eingewanderte Wörter

Ein Buch mit Hintergrund uns Detailwissen

Seit Jahrhunderten nehmen wir immer wieder Wörter ins Deutsche auf. Nach kurzer Zeit ist deren Herkunft gründlich verschleiert, dass wir überzeugt sind, sie seien schon immer Teil unserer Muttersprache gewesen. Und nein, hiermit sind keine umstrittenen Anglizismen gemeint. Ständig nutzen wir Ausdrücke, die z. B. aus dem Grönländischen (Anorak), aus dem Ungarischen (Tollpatsch), aus dem Rätoromanischen (Gletscher) oder dem längst ausgestorbenen karibischen Taino (Hängematte) entlehnt sind. 

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Die Country-Legende Dolly Parton wird 75

»Ich bin das Mädchen von nebenan. Sofern man nebenan einen Vergnügungspark hat«, oder: Was Betriebsratsvorsitzende und andere Führungskräfte von Dolly Parton lernen können 

Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade draus, sagen die Amerikaner. Wer wüsste das besser als Dolly Rebecca Parton? 

Positiv denken ist nicht nur ein belangloser Spruch, sondern diese Einstellung ist tatsächlich eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Führungskraft: Das Schöne sehen, benennen und bewahren; Das Unschöne bedauern, und sich dann nach dem Machbaren umschauen; Chancen suchen, erkennen und nutzen. Auch Sprache drückt eine Haltung aus: ist ein Hindernis ein »Problem« oder eine »Herausforderung« …

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»Personen statt Programme«: Wenn Parteizugehörigkeit zur Nebensache wird

Der politische Slogan »Personen statt Programme« scheint durch die erstaunlichen Ergebnisse bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bestätigt.

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz haben einen Trend bestätigt, der seit längerem zu beobachten ist: Die Popularität der Spitzenkandidatinnen und -kandidaten kann entscheidend für den Wahlausgang sein. Ihre Akzeptanz bei den Wählerinnen und Wählern kann den Parteien, denen sie angehören, ungewöhnlich hohe Stimmenanteile einbringen.

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Eingefordert, hinterfragt, abgeschafft?

Solidarität und Corona – eine Presseschau

»In dieser Krise unbekannten Ausmaßes können wir uns glücklich schätzen, so große Solidaritätsressourcen in unserer Gesellschaft zu besitzen. Wir müssen aber ehrlich sein: Auch mit diesen Ressourcen gilt es sorgsam umzugehen und Spannungen zwischen unterschiedlichen Ansprüchen bedürftiger Gruppen fair auszuhandeln.«
Deutscher Ethikrat Pressemitteilung 04/2020

Solidarität ist ansteckend. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie unterstützen viele Menschen einander. »Hilfsbereites und kooperatives Verhalten ist so ansteckend wie das Virus.« Die Corona-Krise könne zum Wendepunkt werden, »hin zu einer Welt, in der Kooperation und Solidarität wichtiger werden als Profitstreben.«
DIE ZEIT Nr. 37/2020 2. September 2020

Solidarität verändert keine Strukturen – widerspricht der Soziologe Wilhelm Heitmeyer

Er beobachtet in der Corona-Krise viel Gesellschaftsromantik. »Die Hoffnung, dass Solidarität zu weitreichenden Neuentwicklungen in der gesamten Gesellschaft führe, sei naiv und problematisch«, sagte er im Deutschlandfunk. »In einem kapitalistischen Staat sei das kaum möglich.«
DlF 6. April 2020

»Heute findet man – Corona sei Dank – Solidaritätsbanner an jeder Supermarktkasse, Solidaritätsadressen auf unzähligen Facebook Accounts, Solidaritätsaufrufe in täglichen Regierungs- wie Nicht-Regierungs-Erklärungen. Plötzlich wird deutlich: Solidarität kann so einfach sein! Es reicht eigentlich schon, daheim zu bleiben, sich mit sich selbst zu beschäftigen und zwischendurch einen Gutschein für die Kultureinrichtung seiner Wahl zu erwerben, einzulösen nach dem offiziell ausgerufenen Krisenende.« 
FR 12. April 2020 Kommentar Applaus und Kulturgutscheine – reicht das wirklich?

Inzwischen ist aus »Zusammenhalten« ein »Durchhalten« geworden. Alle warten auf das Impfen. Und wie steht’s um die Solidarität?

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