Autor: Michael Rasch (Seite 1 von 6)

79 Worte in einem Satz? Wo gibt’s denn sowas?

In den Wahlprogrammen der Parteien zu Bundestagswahl 2021

Das stellte die Uni Hohenheim in ihrer neuen Studie vor. Kurz und knapp: Die Wahlprogramme werden immer unverständlicher. Was eigentlich verwundert, setzen doch die Parteien immer mehr auf Transparenz und Verständlichkeit. 

Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim stellt fest: »Oft lässt die Verständlichkeit der Wahlprogramme zu wünschen übrig«. Bandwurmsätze mit bis zu 79 Wörtern gibt es. Sie sind zwar nicht die Regel, kommen aber vor. Es gibt auch kürzere Programme, beispielsweise für das Internet. Trotzdem ist eine der Forderungen der Uni: Parteien könnten durchaus verständlicher formulieren. Die Frage lautet: Wollen sie es nicht? Denn es gibt mittlerweile, auch von der Uni Hohenheim Mittel und Wege, Sprache einfacher und transparenter zu machen.  

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Fairtube und Tech-Branche: »Die digitale Welt ist wie Wildwest«

Christiane Benner ist Zweite Vorsitzende der IG Metall

Metall-Gewerkschafterin Christiane Benner über den Kampf um soziale Gerechtigkeit und Umverteilung in der Plattformökonomie.

Frau Benner, bei dem Verein Fairtube engagiert sich die IG Metall seit 2019 für die Belange von Youtuber:innen. Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Initiative für eine Gewerkschaft, die mehrheitlich Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie vertritt. Wie kam es dazu?
Wir sind seit 2012 im Rahmen der sogenannten Plattformökonomie aktiv. Damals haben wir beobachtet, dass immer mehr Menschen ihre Arbeitsleistung auf Internetplattformen anbieten. Auch in unserem Bereich. Wir haben daraufhin viele Workshops mit Click- und Crowdworkern gemacht. So entstand auch der Kontakt zu Jörg Sprave und der Youtubers Union.

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Bilder und Metaphern im Wortschatz rund um die Coronapandemie

Von Annette Klosa-Kückelhaus, Auszüge in den Blog gestellt von Michael Rasch

Die Autorin ist Leiterin des Programmbereichs »Lexikographie und Sprachdokumentation« in der Abteilung Lexik am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim.

In der Berichterstattung und der öffentlichen Diskussion rund um die Coronapandemie sind einige Ausdrücke aufgekommen, die gerade dadurch, dass sie ganz bestimmte Bilder vor unserem geistigen Auge entstehen lassen, ganz bewusst gewählt und verwendet werden, um eigene Meinungen auszudrücken, gewisse Emotionen hervorzurufen, ggf. um Stimmung zu machen usw. Neben dem besonders häufig auftretenden Bild der Welle (wie in Coronawelle, Pandemiewelle, zweite Welle usw.) gibt es nicht nur weitere abstrakte bildhafte Ausdrücke, die Zustände, Vorgänge usw. bezeichnen, sondern auch konkrete, z. B. zur Bezeichnung von Personen, wie die folgenden Belege aus Onlinequellen illustrieren, in denen häufig auch durch weitere sprachliche Mittel die eigene Meinung untermauert oder eine Gefühlslage transportiert wird:

Tsunami, Wellenbrecher und Viruswolke. Bilder, die das unfassbare fassbar machen sollen.
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»Wir müssen widersprechen«

Der Autor Hasnain Kazim über den richtigen Umgang mit Hassmails und die Kultur des Streitens

oder die Möglichkeiten und Grenzen eines erfolgreichen Konfliktmanagements…

Im öffentlichen, privaten und betrieblichen Raum stellt das Konfliktmanagement eine besondere Herausforderung dar, wobei an zentraler Stelle eines erfolgreichen Managements steht, im Vorfeld die Möglichkeiten und Grenzen zu prüfen und die zu erreichenden Ziele zu formulieren.

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Eingewanderte Wörter

Ein Buch mit Hintergrund uns Detailwissen

Seit Jahrhunderten nehmen wir immer wieder Wörter ins Deutsche auf. Nach kurzer Zeit ist deren Herkunft gründlich verschleiert, dass wir überzeugt sind, sie seien schon immer Teil unserer Muttersprache gewesen. Und nein, hiermit sind keine umstrittenen Anglizismen gemeint. Ständig nutzen wir Ausdrücke, die z. B. aus dem Grönländischen (Anorak), aus dem Ungarischen (Tollpatsch), aus dem Rätoromanischen (Gletscher) oder dem längst ausgestorbenen karibischen Taino (Hängematte) entlehnt sind. 

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»Personen statt Programme«: Wenn Parteizugehörigkeit zur Nebensache wird

Der politische Slogan »Personen statt Programme« scheint durch die erstaunlichen Ergebnisse bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bestätigt.

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz haben einen Trend bestätigt, der seit längerem zu beobachten ist: Die Popularität der Spitzenkandidatinnen und -kandidaten kann entscheidend für den Wahlausgang sein. Ihre Akzeptanz bei den Wählerinnen und Wählern kann den Parteien, denen sie angehören, ungewöhnlich hohe Stimmenanteile einbringen.

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SPD: Das Profil der Partei ist Geschichte

Bundestagswahl 2021

Wofür steht die SPD? Wenn die sozialdemokratische Partei bei der anstehenden Bundestagswahl im September noch eine Rolle spielen will, wird sie um eine Antwort auf diese Frage nicht herumkommen.

Text: Gabi Schreier
8. Februar 2021, veröffentlicht w&v 01/2021

Als Peer Steinbrück im Jahr 2012 Kanzlerkandidat der SPD wurde, hat ihn der Journalist Nils Minkmar ein Jahr lang begleitet – und danach über seine Eindrücke ein Buch geschrieben. »Der Zirkus« heißt das Buch, das den Leser gleich im ersten Kapitel in die Machtzentrale der Partei befördert: das Willy-Brandt-Haus, seit 1999 Bundeszentrale der SPD. 

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Ungelogen »Ehrlich gesagt«

Aus der Frankfurter Rundschau vom 15. Feburar 2021

Wozu brauchen wir diese Floskel? Was sagt sie über unser Verhältnis zur Wahrheit aus? Die Kolumne.
»Ich bin ehrlich gesagt wirklich sehr erleichtert.« »Es ist ehrlich gesagt schon erschreckend, was da an einem einzigen Renn-Wochenende passiert ist.« »Ehrlich gesagt, waren wir überrascht, weil die Inzidenz […] ja noch über 100 pro 100 000 Einwohner liegt.«

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Geschlechtersensible Sprache – Handreichung für Bremer Verwaltung

Geschlechtergerechte Sprache zu verwenden, ist der Verwaltung der Freien Hansestadt Bremen wichtig. Jetzt gibt es eine Orientierungshilfe, wie Personen aller Geschlechter angesprochen werden können: die »Handreichung gendersensible Sprache in der Bremer Verwaltung« liefert eine Vielfalt von Erklärungen, Hinweisen und Vorschlägen, wie Amtssprache nicht nur Männer, sondern Frauen, Trans- und Interpersonen gleichermaßen anspricht. Das im Aus- und Fortbildungszentrum angedockte Kompetenzteam Bürger:innenservice und Kommunikation hat auf 20 Seiten eine umfangreiche Sammlung vorgelegt, wie gendersensibel formuliert werden kann.

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