Autor: Michael Rasch (Seite 2 von 7)

So beeinflusst Sprache die Beliebtheit von Podcasts

Entscheidend für den Erfolg eines Podcasts ist nicht nur, was, sondern auch wie gesprochen wird. Das stellt eine Spotify-Studie fest, die den Zusammenhang von Sprache und Beliebtheit untersucht.

Ob ein Podcast erfolgreich ist, hängt auch von seinen sprachlichen Merkmalen ab.

Ob Wortschatz, Unterscheidbarkeit, Emotionen oder Satzbau – die Sprache eines Podcasts leistet einen viel größeren Beitrag zu dessen Beliebtheit, als man gemeinhin denkt. Eine aktuelle Studie von Spotify wollte nun herausfinden, wie stark die verschiedenen Faktoren des Sprachgebrauchs mit der Hörerbindung eines Podcasts zusammenhängen und hat Tausende englischsprachige Episoden daraufhin analysiert. Dabei kam heraus: Viele der gängigen Ratschläge zum Sprachgebrauch werden durch die Daten zwar bestätigt. Einige Ergebnisse fallen aber auch ziemlich überraschend aus.

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Nur die wenigsten Mitglieder sind Fans ihres Verbandes

Nur 25 Prozent aller Mitglieder sind Fan ihres Verbandes. Am schlechtesten schneiden die Kirchen ab – diese haben sogar deutlich mehr Gegner zu verzeichnen als Fans! Als Gewinner gehen dagegen Umwelt und Naturschutzorganisationen, Automobilclubs und, in der Krise vielleicht überraschend, Sportvereine hervor.

Zu diesen Ergebnissen kommt die bundesweite Studie »Fanfocus Deutschland Verbände« des Mainzer Marktforschungs- und Beratungsunternehmens 2HMforum. und der ECOPLAN GmbH. Befragt wurden knapp 2.000 Mitglieder verschiedenster Organisationstypen in ganz Deutschland – u. a. Mitglieder von Parteien, Kirchen, Branchen-, Fach- und Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Berufsverbänden, Handwerksinnungen, Umweltschutz- und Verbraucherschutz-Organisationen. Schwerpunkt der wissenschaftlich fundierten Studie sind die Mitgliederzufriedenheit, die emotionale Mitgliederbindung sowie die Auswirkungen der Pandemie.

Verbände, die über eine große Fan-Gemeinde unter ihren Mitgliedern verfügen, haben es nicht nur in der Pandemie deutlich leichter. »Richtige Fans gibt es eben nicht nur im Sport oder in der Musik. Es gibt sie auch in Verbänden, Parteien, Gewerkschaften und anderen Mitgliedsorganisationen. Daher messen wir im Rahmen unseres wissenschaftlich fundierten Fan-Prinzips schon seit vielen Jahren die Fan-Quoten in Deutschlands Mitgliedsorganisationen«, erläutert Stefan Eser, ausgewiesener Experte für Emotionale Mitgliederbindung. Denn Fans seien eben nicht nur hochzufrieden mit ihrem Verband, sondern gleichzeitig diesem auch emotional sehr verbunden.

Diese Fan-Mitglieder sind – so auch die Erfahrungen aus über 300 erfolgreichen Forschungsprojekten mit zahlreichen Verbänden und anderen Mitgliedsorganisationen in mehr als 20 Jahren – besonders treu, bleiben auch in Krisenzeiten, engagieren sich häufiger ehrenamtlich und sind auch durchaus bereit, höhere Mitgliedsbeiträge zu zahlen. »Fans sind zudem die besten Weiterempfehler – und helfen somit im Vergleich zu sehr kostspieligen und häufig weniger erfolgreichen Mitglieder-Werbekampagnen sehr effizient bei der authentischen Gewinnung neuer Mitglieder, die ebenfalls dann dauerhaft bleiben und nicht wieder mit dem nächsten Beitragsbescheid ihre Mitgliedschaft kündigen«, so Eser.

Spitzenverbände der Wirtschaft erfüllen Mitgliedererwartungen offenbar nicht besonders gut

Die Spitze des Rankings – noch vor den Automobil-/Verkehrsclubs wie ADAC, AvD, ACE oder ADFC, den Vereinigungen mit ideellen Zielsetzungen wie Amnesty International oder Welthungerhilfe, und den Sportvereinen/-Verbänden des DOSB – führen die Umwelt- und Naturschutzorganisationen wie NABU, BUND, Greenpeace oder WWF deutlich an: Sie haben unter ihren Mitgliedern 38 Prozent Fans, also hochzufriedene und gleichzeitig emotional sehr verbundene Mitglieder. »Dies ist neben einer offensichtlich konsequenten und fokussierten Ausrichtung auf zentrale Mitgliederbedürfnisse sicherlich auch ein Ergebnis der Klimadebatte, die nach wie vor weltweit neben der Pandemie weit oben auf der politischen Agenda steht«, sagt Stefan Eser und ergänzt: »Und natürlich haben es hier Organisationen deutlich leichter, die eben für das besonders ‚Schöne‘, ‚Wahre‘ und ‚Gute‘ einstehen, wozu hier auch die Sozial- und Wohlfahrtsverbände mit 30 Prozent Fans gehören.«

Sorgen macht er sich um die sehr geringe Mitgliederbeziehungsqualität in den Handwerksinnungen und den Branchen-, Fach- und Arbeitgeberverbänden in Deutschland. »Wenn hier nur 15 bzw. 17 Prozent der Mitglieder hochzufrieden und gleichzeitig emotional sehr verbunden sind, ist das – gerade mit Blick auf die hohen Erwartungen an die großen Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft aus Handwerk, Dienstleistung und Produktion – ganz klar zu wenig«, befürchtet der langjährige Verbände-Experte. »Da es jedoch für ein ausgeglichenes Machtverhältnis zwischen den beiden Tarifparteien vielleicht sogar hilfreich ist, dass auch die Gewerkschaften lediglich auf nur 18 Prozent Fan-Mitglieder zählen können, stimmt mich dies im Sinne einer auch zukünftig friedlichen Regulierung der tarifpolitischen Arbeitswelt wiederum sehr optimistisch.«

Gelsen und aufgeschrieben von Michael Rasch

79 Worte in einem Satz? Wo gibt’s denn sowas?

In den Wahlprogrammen der Parteien zu Bundestagswahl 2021

Das stellte die Uni Hohenheim in ihrer neuen Studie vor. Kurz und knapp: Die Wahlprogramme werden immer unverständlicher. Was eigentlich verwundert, setzen doch die Parteien immer mehr auf Transparenz und Verständlichkeit. 

Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim stellt fest: »Oft lässt die Verständlichkeit der Wahlprogramme zu wünschen übrig«. Bandwurmsätze mit bis zu 79 Wörtern gibt es. Sie sind zwar nicht die Regel, kommen aber vor. Es gibt auch kürzere Programme, beispielsweise für das Internet. Trotzdem ist eine der Forderungen der Uni: Parteien könnten durchaus verständlicher formulieren. Die Frage lautet: Wollen sie es nicht? Denn es gibt mittlerweile, auch von der Uni Hohenheim Mittel und Wege, Sprache einfacher und transparenter zu machen.  

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Fairtube und Tech-Branche: »Die digitale Welt ist wie Wildwest«

Christiane Benner ist Zweite Vorsitzende der IG Metall

Metall-Gewerkschafterin Christiane Benner über den Kampf um soziale Gerechtigkeit und Umverteilung in der Plattformökonomie.

Frau Benner, bei dem Verein Fairtube engagiert sich die IG Metall seit 2019 für die Belange von Youtuber:innen. Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Initiative für eine Gewerkschaft, die mehrheitlich Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie vertritt. Wie kam es dazu?
Wir sind seit 2012 im Rahmen der sogenannten Plattformökonomie aktiv. Damals haben wir beobachtet, dass immer mehr Menschen ihre Arbeitsleistung auf Internetplattformen anbieten. Auch in unserem Bereich. Wir haben daraufhin viele Workshops mit Click- und Crowdworkern gemacht. So entstand auch der Kontakt zu Jörg Sprave und der Youtubers Union.

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Bilder und Metaphern im Wortschatz rund um die Coronapandemie

Von Annette Klosa-Kückelhaus, Auszüge in den Blog gestellt von Michael Rasch

Die Autorin ist Leiterin des Programmbereichs »Lexikographie und Sprachdokumentation« in der Abteilung Lexik am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim.

In der Berichterstattung und der öffentlichen Diskussion rund um die Coronapandemie sind einige Ausdrücke aufgekommen, die gerade dadurch, dass sie ganz bestimmte Bilder vor unserem geistigen Auge entstehen lassen, ganz bewusst gewählt und verwendet werden, um eigene Meinungen auszudrücken, gewisse Emotionen hervorzurufen, ggf. um Stimmung zu machen usw. Neben dem besonders häufig auftretenden Bild der Welle (wie in Coronawelle, Pandemiewelle, zweite Welle usw.) gibt es nicht nur weitere abstrakte bildhafte Ausdrücke, die Zustände, Vorgänge usw. bezeichnen, sondern auch konkrete, z. B. zur Bezeichnung von Personen, wie die folgenden Belege aus Onlinequellen illustrieren, in denen häufig auch durch weitere sprachliche Mittel die eigene Meinung untermauert oder eine Gefühlslage transportiert wird:

Tsunami, Wellenbrecher und Viruswolke. Bilder, die das unfassbare fassbar machen sollen.
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»Wir müssen widersprechen«

Der Autor Hasnain Kazim über den richtigen Umgang mit Hassmails und die Kultur des Streitens

oder die Möglichkeiten und Grenzen eines erfolgreichen Konfliktmanagements…

Im öffentlichen, privaten und betrieblichen Raum stellt das Konfliktmanagement eine besondere Herausforderung dar, wobei an zentraler Stelle eines erfolgreichen Managements steht, im Vorfeld die Möglichkeiten und Grenzen zu prüfen und die zu erreichenden Ziele zu formulieren.

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Eingewanderte Wörter

Ein Buch mit Hintergrund uns Detailwissen

Seit Jahrhunderten nehmen wir immer wieder Wörter ins Deutsche auf. Nach kurzer Zeit ist deren Herkunft gründlich verschleiert, dass wir überzeugt sind, sie seien schon immer Teil unserer Muttersprache gewesen. Und nein, hiermit sind keine umstrittenen Anglizismen gemeint. Ständig nutzen wir Ausdrücke, die z. B. aus dem Grönländischen (Anorak), aus dem Ungarischen (Tollpatsch), aus dem Rätoromanischen (Gletscher) oder dem längst ausgestorbenen karibischen Taino (Hängematte) entlehnt sind. 

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»Personen statt Programme«: Wenn Parteizugehörigkeit zur Nebensache wird

Der politische Slogan »Personen statt Programme« scheint durch die erstaunlichen Ergebnisse bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bestätigt.

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz haben einen Trend bestätigt, der seit längerem zu beobachten ist: Die Popularität der Spitzenkandidatinnen und -kandidaten kann entscheidend für den Wahlausgang sein. Ihre Akzeptanz bei den Wählerinnen und Wählern kann den Parteien, denen sie angehören, ungewöhnlich hohe Stimmenanteile einbringen.

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SPD: Das Profil der Partei ist Geschichte

Bundestagswahl 2021

Wofür steht die SPD? Wenn die sozialdemokratische Partei bei der anstehenden Bundestagswahl im September noch eine Rolle spielen will, wird sie um eine Antwort auf diese Frage nicht herumkommen.

Text: Gabi Schreier
8. Februar 2021, veröffentlicht w&v 01/2021

Als Peer Steinbrück im Jahr 2012 Kanzlerkandidat der SPD wurde, hat ihn der Journalist Nils Minkmar ein Jahr lang begleitet – und danach über seine Eindrücke ein Buch geschrieben. »Der Zirkus« heißt das Buch, das den Leser gleich im ersten Kapitel in die Machtzentrale der Partei befördert: das Willy-Brandt-Haus, seit 1999 Bundeszentrale der SPD. 

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