Kategorie: Teamentwicklung (Seite 1 von 3)

Romelu Lukaku – oder: Glaube versetzt Berge

zum Thema Leistungsmotivation für Teams

Romelu Lukaku ist nicht nur ein außergewöhnlicher Fußballer, der mit internationalen Vereinsmannschaften und der belgischen Nationalmannschaft außerordentliche Erfolge feiert, sondern auch ein Mensch, der sich zum Thema Rassismus in der Öffentlichkeit äußert. Aus organisationspsychologischer Sicht ist er darüber hinaus ein beeindruckendes Beispiel, wie man mit vorhandenem Talent und überdurchschnittlicher Motivation beeindruckende bzw. überdurchschnittliche Ziele erreichen kann.

In einem Interview erzählte er seine Lebensgeschichte, die ihn aus prekären Verhältnissen in der Nähe von Antwerpen, zu einem der bestbezahlten Superstars im Profifußball geführt hat.

Eine Schlüsselszene war dabei der Motor für seine Karriere: als Kind wurde er Zeuge, wie seine Mutter für ihn und seinen jüngeren Bruder Milch mit Wasser vermengte, weil sie nicht mehr über die finanziellen Mittel verfügte – was auch vorher schon dazu geführt hatte, dass die Familie nicht ausreichend zu essen hatte.

I remember the exact moment I knew we were broke. I can still picture my mum at the refrigerator and the look on her face.
I was six years old, and I came home for lunch during our break at school. My mum had the same thing on the menu every single day: Bread and milk. When you’re a kid, you don’t even think about it. But I guess that’s what we could afford.
Then this one day I came home, and I walked into the kitchen, and I saw my mum at the refrigerator with the box of milk, like normal. But this time she was mixing something in with it. She was shaking it all up, you know? I didn’t understand what was going on. Then she brought my lunch over to me, and she was smiling like everything was cool. But I realized right away what was going on.
She was mixing water in with the milk. We didn’t have enough money to make it last the whole week. We were broke. Not just poor, but broke.

s.a.: https://www.theplayerstribune.com/articles/romelu-lukaku-ive-got-some-things-to-say

Dies war für Romelu Lukaku der Moment, in dem er sich vornahm, so gut Fußballspielen zu wollen, dass er als Profifußballer ausreichend Geld verdienen wollte, dass sich diese Situation nie wiederholen müsste. Er formulierte dies so, dass für ihn fortan jedes Fußballspiel ein Endspiel war – ob in der Vereinsmannschaft als Jugendfußballer oder mit seinen Freunden auf dem Bolzplatz um die Ecke.

Dabei hatte er sich Ziele gesetzt, wieviele Tore er im Verlauf einer Saison schießen wollte – und teilweise Wetten mit seinen jeweiligen Trainern abgeschlossen. Im Ergebnis führte dies dazu, dass er bereits als 16-jähriger in der ersten belgischen Liga eingesetzt wurde und in der vergangenen Saison mit Inter Mailand italienischer Meister wurde. Aktuell ist er für eine Ablösesumme von über 100 Millionen Euro zur englischen Spitzenmannschaft FC Chelsea gewechselt.

Unter Leistungsmotivation versteht man den Willen und die Antriebskraft einer Person, eine Aufgabe bis zu ihrer erfolgreichen Lösung zu bearbeiten. (Stangl, Lexikon für Psychologie und Pädagogik, 2021).

Die Ausprägung des Leistungsmotivs beeinflußt verschiedene Verhaltensparameter. So setzen sich erfolgsmotivierte Personen in Leistungssituationen realistischere Ziele, sind ausdauernder und erbringen dabei höhere Leistungen als mißerfolgsmotivierte Personen.

Das individuelle Leistungsverhalten ist abhängig vom Anspruchsniveau und der damit verbundenen Erwartungshaltung, die sich entweder als Hoffnung auf Erfolg oder als Furcht vor Misserfolg äußert, wobei die jeweilige Ausprägung dieser beiden Emotionen das Maß der Gesamt-Leistungsmotivation bestimmt. Dementsprechend kann unterschieden werden zwischen mehr »Erfolgsmotivierten« und mehr »Misserfolgsmotiverten«.

Diese Variablen werden als relativ stabile persönlichkeitsspezifische Dispositionen verstanden, die weitgehend von früheren Erfahrungen (insbesondere durch Erziehung) beeinflusst.

Der Begriff Leistungsmotivation und die Unterscheidung zwischen Erfolgs- und Misserfolgsmotivierten lässt sich nicht nur auf Individuen anwenden, sondern ist auch in Organisationen und Teams zu beobachten. Starke und erfolgreiche Gewerkschaften, Betriebsratsgremien oder politische und gewerbliche Organisationen zeichnen sich in aller Regel dadurch aus, dass sie sich als Erfolgsmotivierte nicht nur realistische Ziele setzen, sondern versuchen auch über diese hinaus erfolgreich zu sein. Dabei spielen die Führungskräfte einer Organisation oder eines Teams eine zentrale Rolle – Misserfolgsmotivierte, Zauderer und Bedenkenträger als Führungskräfte werden nur begrenzt erfolgreich sein können.

Autor: Axel Janzen
Foto: Wshjackson (www.flickr.com/photos/wshjackson/6231302169), Licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic | Flickr

Über den Sinn der eigenen Arbeit

Wie sich Berufstätige für Tätigkeiten motivieren können und Erfüllung im Job finden – und warum Betriebsräte eine Wertedebatte anstoßen sollten

Tatjana Schnell leitet als Professorin an der Universität Innsbruck die Arbeitsgruppe Empirische Sinnforschung. Sie findet es wichtig, zwischen einem als sinnvoll erlebten Job und dem Beruf als Sinnquelle für das Leben zu unterscheiden. »Ein sinnvoller Job ist nicht unbedingt einer, der meinem Leben Sinn gibt«, erklärt sie.

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Gemeinsam Stärken und Schwächen herausfinden

Wie verbessern wir unser Image? Wie können wir unsere Betriebsversammlung besser machen? Was können wir dafür tun, damit sich mehr an unseren Aktionen beteiligen? Wer soziale Kampagnen plant, muss herausfinden, auf was sie sich einläßt. Wenn Betriebsräte und Vertrauensleute sich auf den Weg machen, entscheidet eine gute Vorbereitung und Analyse über Erfolg und Misserfolg. Die gute »alte« SWOT-Analyse hilft dabei. 
Was sind unsere Stärken, Schwächen,  Chancen und  Risiken? Das fragt die SWOT-Analyse. Und gemeinsam geht’s bekanntlich besser. Die Methode »World-Café« hat sich für die Beteiligung in Großgruppen als gut erwiesen. Hier geht’s zu Ideen und Beispielen für die SWOT-Analyse im »World-Café«.

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Wenn ein Team auseinander fällt…

»Unsere Gruppe ist wie eine große Schafherde. Da gibt es Schafe, die haben noch nie geblökt. Andere, die nur nachplappern. Und welche, die mitdiskutieren. Es gibt aber auch schwarze Schafe. Das ist unser Bereich, wir sind die ‚Schlechten‘.  Schafe, die sich kritisch äussern, werden immer weniger. Der Schäfer ist der König. Nur bestimmte Schafe bekommen Wertschätzung ( Lob, Liebe, Anerkennung). Andere nicht. Wie soll man sich da wohlfühlen?
Wir sind alle Schafe geworden, zu zahm. Scharfe Hunde treiben die Schafe in eine Richtung – so ist unsere Diskussionskultur.«
Mit Assoziationen und Metaphern das eigene Team, die eigene Großgruppe, zu beschreiben, geht tief und deckt unbearbeitete Konflikte auf. In unseren Teamentwicklungen nutzen wir die kreative Teamanalyse, um…

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In neun Stufen bis zum Abgrund

Wer wird denn schon gleich an einen Konflikt denken? Erst verhärten sich doch nur Standpunkte.
Ok – die direkte Kommunikation leidet, es geht schon über Dritte. Spätestens dann, wenn dabei das Einfühlungsvermögen zum Gegenüber verloren geht, spüren alle im Team: wir sind mittendrin. Im Konflikt. Wenn jetzt nichts passiert, dann kann es ganz schnell gehen. Es sind nur noch sechs Stufen bis zum Abgrund.
Bei unseren Teamentwicklungen für Betriebsräte stoßen wir oft auf schwelende und nicht bearbeitete Konflikte . Die »9 Stufen der Konflikteskalation« nach Friedrich Glasl helfen bei der Analyse und der Bearbeitung von Konflikten in Großgruppen.

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»Ich habe einen Monat nicht gejammert…«

»Ja, aber…« Probleme. Jammern. In unseren Seminaren und Workshops trainieren wir mit den Teilnehmern, darauf zu verzichten. Jammern wird verbannt für die Dauer des Workshops. 
Und ich dachte schon, wir sind damit allein auf weiter Flur. Bis ich diesen Artikel von Katharina Mau in Bento entdeckt hatte (8. Dezember 2019) Bento ist das junge Magazin vom Spiegel. Die Journalistin schreibt über ihre eigenen Erfahrungen mit Jammerfasten. Sie recherchiert, wo Jammern herkommt und warum Jammern unseren Blick auf die Welt und unsere Möglichkeiten trübt. 

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Diesmal wird es spannend

Eine typische Betriebsversammlung irgendwo in Deutschland: 
Der Betriebsratsvorsitzende Helmut Müller eröffnet ein wenig hölzern um 9.30 Uhr die sechste Betriebsversammlung der Wahlperiode 2014 –2018. Er erzählt, dass seit der letzten Betriebsversammlung, der fünften, wie er sagt, 17 Betriebsratssitzungen stattgefunden haben, 22 Betriebsausschusssitzungen, eine Wirtschaftsausschusssitzung und zwei Sitzungen des Arbeitssicherheitsausschusses, dann nennt er die wichtigsten Beschlüsse. Der Bericht wird getragen von seinem ehrlichen Bestreben, gründlich und möglichst vollständig Rechenschaft abzulegen. Das ist sein Anspruch und so sagt es auch das Betriebsverfassungsgesetz. 

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»Wir wollen unsere Versammlungen mit Videos auflockern.«

Die Jugend- und Auszubildenden-Vertretung, die an uns herantrat, hatte dazu schon Versuche unternommen. Auf ihren Versammlungen wurden kurze, selbstgemachte Videos zwischen den Wortbeiträgen gezeigt. Meist wurde ein Kino-Blockbuster nachsynchronisiert. Oder aber sie hatten eigene Szenen im Look und den wiedererkennbaren Ausstattungsmerkmalen der Kinofilme inszeniert, die dann Themen der Jugendvertretung dramatisierten. Das gab meist einen Lacher, wenn die Versammlung erkannte, wer da wen spielte. 

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Im »Gemüseladen« Zielgruppen begeistern

Wie finden wir die richtigen Themen, die passenden Nutzen, die wirklichen Werte unserer Zielgruppen heraus? Welche Bilder setzte ich ein? Welche Worte? Und welche Geschichten und Stories finden die Aufmerksamkeit meiner Kunden?
In der Kommunikationsberatung und in Seminaren ist der Gemüseladen gut geeignet für den Perspektivwechsel: Vom »Wir haben…« zum »Du bekommst…«
Die Dinge mit den Augen der Kunden und Zielgruppen sehen, das ist der wichtigste Schritt zu erfolgreicher Kommunikation.

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