Kategorie: Wissenswertes (Seite 1 von 7)

Strategisches Framing

Einen Deutungsrahmen herstellen, Dinge in einen Rahmen stellen, Inhalte darstellen. Der Unterschied zwischen FakeNews und Framing wird deutlich. In diesem Buch gibt es neben der Einführung gute Beispiele, wie geframed wird. Drei Beispiele zeigt der Blog auf. Einen großen Anschnitt widmet der Autor dem strategischen Framing und seinen Techniken. Ebenso kommt das Frame-Building und das Frame-Setting zu Wort. Spannend gemacht und ein Gewinn für die Öffentlichkeitsarbeit. 

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50 Jahre Sendung mit der Maus…

…und wie die Teilnehmer*innen der Teamentwicklung im Innenministerium in Jordanien wieder zu »Kindern« wurden.

Um festgefahrene Teamstrukturen wieder in Bewegung zu bringen ist ein probates Mittel, rationale, gehemmte und technisch orientierte Denkstrukturen aufzulösen. Psychologisch gesehen handelt es sich um den Versuch, erwachsene Frauen und Männer zu einem kindlichen bzw. kindlicheren Blick zu animieren bzw. zu verhelfen. Dieses sogenannte »primärprozesshafte Denken« findet sich zum Beispiel auch in Fantasien und Träumen.

Im Rahmen eines Teamentwicklungsprozesses für das Innenministerium in Jordanien, bei dem es um die Analyse der Organisationsstruktur und Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium und den Direktoren der Justizvollzugsanstalten ging, wurden die anwesenden Teilnehmer im Rahmen einer »kreativen Organisationsanalyse« aufgefordert, ein Bild über den aktuellen Zustand der Zusammenarbeit zu malen.

Eine Gruppe zeichnete dabei ein Bild, in dem die Gefängnisdirektorien als »Erde« und das Innenministerium als »Mars« dargestellt wurden. Durch den »kindlichen/primärprozesshaften Blick« war bei der Vorstellung des Bildes allen Teilnehmenden unmittelbar klar, worin die Herausforderung für den Teamentwicklungsprozess bestand.

Die Sendung mit der Maus ist eine wunderbare Form, die Fantasien, Träume und »verrückten Ideen«, d. h., das primärprozesshafte Denken von Kindern auszudrücken, mit ihm künstlerisch umzugehen, es weiterzuentwickeln und so die Welt von Kindern und Erwachsenen zu verändern.

»Niemand fragt so gerne wie Kinder«

Interview mit Armin Maiwald vom »Maus-Team« über Pannen und Veränderungen

Aus: Weser-Kurier vom 7. März 2021

Sie haben in 50 Jahren viel erlebt. Gibt es eine Folge, die Ihnen in der Vorbereitung besonders viel Spaß gemacht hat?
Alles, was vergangen ist, ist Historie. Da kann ich nichts mehr dran ändern, und vieles ist auch im Sumpf des Vergessens begraben. Eigentlich macht jede Frage wieder neu Spaß und fordert neu heraus. Insofern ist immer die nächste Frage die wichtigste, schönste und die, an der man sich am meisten die Zähne ausbeißt – oder auch nicht.

Die Zähne ausgebissen haben Sie sich zum Beispiel an der Frage, was Vitamin C in unseren Körper macht…
Die Vorbereitungen haben drei Jahre gedauert. Vitamin C ist wichtig für die Makrophagen – vereinfacht gesagt für die weißen Blutkörperchen. Die brauchen Vitamin C, um ihren Jagdinstinkt nicht zu verlieren und Bakterien zu jagen. Wenn sie kein Vitamin  C kriegen, schlafen sie ein. Das passiert jede Sekunde unseres Lebens in unserem Blut. Das Ganze mussten wir also auch in lebendigem Blut zeigen. Wenn man die Jagd darstellen will, muss man bei einem flachen Fernsehbildschirm die Makrophagen auf die eine und die Bakterien auf die andere Seite kriegen. Das ist schon bei Tieren schwierig, denen zu sagen, geh mal von links nach rechts. Aber bei Bakterien? Ein Haufen Arbeit.

Wie ist es der Maus gelungen, so lange erfolgreich zu bleiben?
Ich glaube, ein Rezept ist, dass wir die Fragen der Kinder – so bekloppt die Fragen auch im ersten Moment erscheinen mögen – ernst nehmen und versuchen, sie mit einer sauberen Recherche zu beantworten. Dass wir uns als Reporter begreifen, die nach draußen gehen und versuchen, eine Geschichte zurückzubringen, und dass wir die Zuschauer einladen, uns auf dieser Reise zu begleiten. Und wenn wir mal einen Fehler gemacht haben, dann geben wir ihn zu. Das gibt eine gewisse Glaubwürdigkeit.

Zum Beispiel, als Sie »dasselbe« und »das Gleiche« verwechselt haben…
Genau. Da fühlten sich alle Lehrer der Nation bemüßigt zu schreiben: Wie kann man solche Idioten Fernsehen machen lassen? Da kann man wütend drauf reagieren, wir haben uns aber entschlossen, eine lustige Richtigstellung zu machen. Ich bin mit meinem Kollegen in die gleiche Hose gestiegen – bedeutet, wir haben beide die gleiche Jeans angezogen. Und wir sind beide zusammen in dieselbe Hose gestiegen, jeder in ein Hosenbein. Und zum Ende haben wir gesagt: Wir versprechen, nie wieder einen Fehler zu machen, bis zum nächsten Mal.

Erzählen Sie uns doch mal eine kleine Lachgeschichte. Welche Panne aus 50 Jahren ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
Wir hatten einmal erfahren, dass Carl von Linné, ein Naturforscher, vor etwa 200 Jahren in Uppsala herausgefunden hat, dass bestimmte Pflanzen zu einer bestimmten Uhrzeit die Blüten öffnen und zu einer anderen wieder schließen. Das fanden wir spannend. Wir haben eine Gärtnerei angerufen, die diese Pflanze hatte und sie mit einer Zeitrafferkamera rund um die Uhr beobachtet. Aber es hat sich während dieser 24 Stunden überhaupt nichts getan. Also sind wir frustriert nach Hause gefahren, haben die Geschichte unseres Scheiterns erzählt und die Zuschauer aufgefordert, uns zu schreiben, ob sie wüssten, woran es gelegen haben könnte. Es kamen jede Menge Briefe. Also haben wir es im nächsten Jahr noch einmal probiert. Und im nächsten Jahr wieder. Irgendwann haben wir an die Universität in Uppsala geschrieben, dass wir es drei Mal versucht haben, es aber nicht geklappt hat. Und da schrieb die Universität zurück: Macht euch nichts daraus, bei uns auch nicht.

Die Maus ist sich in 50 Jahren recht treu geblieben. Was hat sich trotzdem verändert?
Sie wird nicht mehr auf Folie gezeichnet, wie zu Anfängen, sondern am Computer gemacht. Die Schnittfolgen sind kürzer geworden, und es gibt völlig andere Themen. Es gibt aber auch Fragen, die bis heute immer wieder gestellt werden.

Zum Beispiel?
Eine der meistgestellten Fragen ist: Warum ist der Himmel blau? Die Frage kommt zuerst bei den Eltern an, die sagen: Weiß ich auch nicht! Und dann landet die Frage bei uns auf dem Schreibtisch.

Welche Fragen haben Ihnen in der Redaktion am meisten Kopfzerbrechen bereitet?
Zum 25. Mausgeburtstag ist ein schwerbehindertes Mädchen gestorben, Katharina. Wir haben uns gefragt, ob man diese Geschichte erzählen kann und haben es getan. Diese Geschichte hat uns viel Kopfzerbrechen bereitet. Aber auch die Nachkriegsmaus, die ich mal gemacht habe; die Frage, warum Erdöl so wichtig ist oder – damals nach Tschernobyl – warum ein Atomkraftwerk so gefährlich ist. Das sind alles sehr komplizierte Fragen, die man nicht mit einem Satz beantworten kann. Da muss man schon richtig in die Tiefe gehen, um eine gewisse Art von Durchblick zu erzeugen.

Jetzt mal unter uns: Wer ist Ihr persönlicher Favorit, die Maus oder der Elefant?
Eigentlich der Elefant, weil der so ein bisschen brämelig und drusselig ist, und Elefanten haben auch ein unheimlich gutes Gedächtnis. Wenn man einem Elefanten mal etwas getan hat, dann vergisst der das nie! Außerdem ist blau meine Lieblingsfarbe. Aber die Maus habe ich natürlich auch gerne.

Gibt es noch etwas, was Sie der Maus zu ihrem 50. Geburtstag wünschen?
Dass sie so bleibt, wie sie ist und ihre Markenzeichen nicht verliert. Dass sie sauber recherchiert und immer neugierig bleibt!

Eingewanderte Wörter

Ein Buch mit Hintergrund uns Detailwissen

Seit Jahrhunderten nehmen wir immer wieder Wörter ins Deutsche auf. Nach kurzer Zeit ist deren Herkunft gründlich verschleiert, dass wir überzeugt sind, sie seien schon immer Teil unserer Muttersprache gewesen. Und nein, hiermit sind keine umstrittenen Anglizismen gemeint. Ständig nutzen wir Ausdrücke, die z. B. aus dem Grönländischen (Anorak), aus dem Ungarischen (Tollpatsch), aus dem Rätoromanischen (Gletscher) oder dem längst ausgestorbenen karibischen Taino (Hängematte) entlehnt sind. 

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Die Country-Legende Dolly Parton wird 75

»Ich bin das Mädchen von nebenan. Sofern man nebenan einen Vergnügungspark hat«, oder: Was Betriebsratsvorsitzende und andere Führungskräfte von Dolly Parton lernen können 

Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade draus, sagen die Amerikaner. Wer wüsste das besser als Dolly Rebecca Parton? 

Positiv denken ist nicht nur ein belangloser Spruch, sondern diese Einstellung ist tatsächlich eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Führungskraft: Das Schöne sehen, benennen und bewahren; Das Unschöne bedauern, und sich dann nach dem Machbaren umschauen; Chancen suchen, erkennen und nutzen. Auch Sprache drückt eine Haltung aus: ist ein Hindernis ein »Problem« oder eine »Herausforderung« …

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Ungelogen »Ehrlich gesagt«

Aus der Frankfurter Rundschau vom 15. Feburar 2021

Wozu brauchen wir diese Floskel? Was sagt sie über unser Verhältnis zur Wahrheit aus? Die Kolumne.
»Ich bin ehrlich gesagt wirklich sehr erleichtert.« »Es ist ehrlich gesagt schon erschreckend, was da an einem einzigen Renn-Wochenende passiert ist.« »Ehrlich gesagt, waren wir überrascht, weil die Inzidenz […] ja noch über 100 pro 100 000 Einwohner liegt.«

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Unwort des Jahres 2020: Geheimnis gelüftet – diesmal zwei Wörter gekürt

AKTION GEGEN UNANGEMESSENEN SPRACHGEBRAUCH

Was folgt auf den Begriff »Klimahysterie«?

Im vergangenen Jahr wurde der Begriff »Klimahysterie« zum Unwort des Jahres gekürt. Mit dem Wort würden laut Jury Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert sowie Debatten diskreditiert. Der Begriff war in der politischen Debatte insbesondere von AfD-Politikern immer wieder genutzt worden. Die Jury kritisierte neben »Klimahysterie« auch die Begriffe »Umvolkung« und »Ethikmauer«.

»Absonderung«, »Systemling“, »Wirrologen« oder »Grippchen«, sind unter anderem nach Angaben der Jury zum Thema Corona-Pandemie eingegangen. Am häufigsten seien aber »systemrelevant« (180) und »Querdenker« (116) zum fast alles beherrschenden Thema des Jahres 2020 vorgeschlagen worden. Es gab aber auch Vorschläge aus anderen Themengebieten. So seien im Zusammenhang mit Migration »Abschiebepatenschaft«, »Ankerkinder“ oder »Migrationsabwehr« vorgeschlagen worden.

Das Unwort des Jahres 2020 ist verkündet. Die sprachkritische Aktion soll auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Dieses Jahr gibt es ein Novum. Das Unwort des Jahres 2020 steht fest – dieses Jahr ist die Wahl erstmalig auf ein »Unwort-Paar« gefallen:

Rückführungspatenschaften
Corona-Diktatur

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Gemüseladen

Was hat der Gemüseladen mit Werbung zu tun? 

Seit Jahrzehnten richten die Händler die Läden nach einem Muster ein. Das Frische, das Neue wird schön nach vorne am Eingang oder auf die Straße drapiert. So werden Kunden angelockt. Das haben wir uns zu Herzen genommen. Wir haben Nutzen definiert und bieten für jede Zielgruppe unterschiedliche Nutzen an. Das zeigen wir in unserem Clip, wie wir erfolgreich auf dem Meinungsmarkt agieren. Dazu hab ich mir den Clip wieder angesehen und direkt Appetit bekommen. Leckerer Salat und ein Glas Rose. Das war mein konkreter Nutzen. Hat auch gut geschmeckt. Was beinhaltet die Methode »Gemüseladen«? 

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Werte

Was haben Werte mit Werbung zu tun?

Wo finden wir einem passenden Hintergrund für unser Video über Werte in der Kommunikation und Werbung? Ein Platz, der zeigt, was uns persönlich wirklich wichtig ist. Der Drehort war schnell ausgemacht.

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Image

Wie bekomme ich ein gutes Image?

Fast hätte es einen Unfall gegeben in der St.-Pauli-Strasse! Rennfahrer Michael ist wieder unterwegs. Martin hat schon alles vorbereitet für eine Umfrage – eine Image-Umfrage. Michael ist begeistert und wird bis zum zweiten Dreh fleißig Fragebögen ausfüllen lassen. 

Soweit der Plot für unseren Videocast. Und: Alle Achtung Michael! Auf dem Rad im kompletten Outfit des Festina-Rennstalls von der Tour-de-France 1998. Du fragst: Was hat das mit Image zu tun?

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Fanfocus

Brauchen Betriebsräte und Gewerkschaften Fans?

Als wir den Clip gedreht haben, sah es ziemlich duster aus. Werder hatte sich gerade noch so in die Relegation gerettet. Aber jetzt: Acht Punkte, Werder auf Platz 7 nach dem 5. Spieltag. Fanschal und Werderzwerg haben gewirkt. So sind echte Fans.  Green White Wonderwall. Wie wertvoll Fans sind, zeigt sich erst richtig in der Krise. 

Das spüren gerade jetzt auch unsere Betriebsräte und Gewerkschaften. Corona macht unsichtbar. Können wir unsere Fans noch erreichen?

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