Kategorie: Wissenswertes (Seite 1 von 8)

Eigenlob und Schulterklopfmaschine

Peter Weber (parteilos), Gemeindepräsident von Mettauertal, steht in der
zur »Schulterklopfmaschine« umgebauten Telefonzelle. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Eigenlob stimmt – fällt aber vielen Betriebsräten sehr schwer. Ich komme gerade zurück von einer Fachtagung für Betriebsratsvorsitzende und habe dort in Workshops über Eigenlob referiert. Selbst jetzt – unmittelbar vor den Betriebsratswahlen – fällt es Betriebsräten nicht leicht Bilanz zu ziehen und ihre vielen tollen Erfolge zu feiern . 

Da stolpere ich über eine geniale »Schulterklopfmaschine« mitten in der tiefsten Schweizer Provinz. Wer sich nach Anerkennung sehnt, kann in die Schweiz fahren, sich in eine ehemalige Telefonzelle stellen und dort automatisches Lob abholen…

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So beeinflusst Sprache die Beliebtheit von Podcasts

Entscheidend für den Erfolg eines Podcasts ist nicht nur, was, sondern auch wie gesprochen wird. Das stellt eine Spotify-Studie fest, die den Zusammenhang von Sprache und Beliebtheit untersucht.

Ob ein Podcast erfolgreich ist, hängt auch von seinen sprachlichen Merkmalen ab.

Ob Wortschatz, Unterscheidbarkeit, Emotionen oder Satzbau – die Sprache eines Podcasts leistet einen viel größeren Beitrag zu dessen Beliebtheit, als man gemeinhin denkt. Eine aktuelle Studie von Spotify wollte nun herausfinden, wie stark die verschiedenen Faktoren des Sprachgebrauchs mit der Hörerbindung eines Podcasts zusammenhängen und hat Tausende englischsprachige Episoden daraufhin analysiert. Dabei kam heraus: Viele der gängigen Ratschläge zum Sprachgebrauch werden durch die Daten zwar bestätigt. Einige Ergebnisse fallen aber auch ziemlich überraschend aus.

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Faktenchecks laufen ins Leere

Titel der Studie Otto Brenner Stiftung – Die Studie kann auf der Internetseite der Otto Brenner Stiftung abgerufen werden.

»In Facebook-Konversationen der AfD laufen Faktenchecks meist ins Leere, die Verbreitung von Fake News lässt sich dort so kaum verhindern.« Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler Hannah Trautmann und Nils Kumkar in einer Studie für die Otto-Brenner-Stiftung.

»Bei dem Corona-Virus handelt es sich nur um einen harmlosen Schnupfen«. »Die Antifa wird von der Regierung monatlich mit einem festen Betrag zu unterstützt.« »In Deutschland wurde mit Corona die Pressefreiheit abgeschafft.« »Alternative Fakten« – Wo und warum werden solche Falschinformationen geteilt? Welchen Zweck erfüllen sie in »Gesprächen« auf Social Media, wel­chen Sinn macht das »Teilen« für die Gesprächsteilnehmer*innen. 

Das Team der Universität Bremen wertete zahlreiche Konversa­tionen auf den Facebook-­Seiten der AfD qualitativ aus – und kommt zu bemerkens­werten Ergebnissen. 

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Nur die wenigsten Mitglieder sind Fans ihres Verbandes

Nur 25 Prozent aller Mitglieder sind Fan ihres Verbandes. Am schlechtesten schneiden die Kirchen ab – diese haben sogar deutlich mehr Gegner zu verzeichnen als Fans! Als Gewinner gehen dagegen Umwelt und Naturschutzorganisationen, Automobilclubs und, in der Krise vielleicht überraschend, Sportvereine hervor.

Zu diesen Ergebnissen kommt die bundesweite Studie »Fanfocus Deutschland Verbände« des Mainzer Marktforschungs- und Beratungsunternehmens 2HMforum. und der ECOPLAN GmbH. Befragt wurden knapp 2.000 Mitglieder verschiedenster Organisationstypen in ganz Deutschland – u. a. Mitglieder von Parteien, Kirchen, Branchen-, Fach- und Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Berufsverbänden, Handwerksinnungen, Umweltschutz- und Verbraucherschutz-Organisationen. Schwerpunkt der wissenschaftlich fundierten Studie sind die Mitgliederzufriedenheit, die emotionale Mitgliederbindung sowie die Auswirkungen der Pandemie.

Verbände, die über eine große Fan-Gemeinde unter ihren Mitgliedern verfügen, haben es nicht nur in der Pandemie deutlich leichter. »Richtige Fans gibt es eben nicht nur im Sport oder in der Musik. Es gibt sie auch in Verbänden, Parteien, Gewerkschaften und anderen Mitgliedsorganisationen. Daher messen wir im Rahmen unseres wissenschaftlich fundierten Fan-Prinzips schon seit vielen Jahren die Fan-Quoten in Deutschlands Mitgliedsorganisationen«, erläutert Stefan Eser, ausgewiesener Experte für Emotionale Mitgliederbindung. Denn Fans seien eben nicht nur hochzufrieden mit ihrem Verband, sondern gleichzeitig diesem auch emotional sehr verbunden.

Diese Fan-Mitglieder sind – so auch die Erfahrungen aus über 300 erfolgreichen Forschungsprojekten mit zahlreichen Verbänden und anderen Mitgliedsorganisationen in mehr als 20 Jahren – besonders treu, bleiben auch in Krisenzeiten, engagieren sich häufiger ehrenamtlich und sind auch durchaus bereit, höhere Mitgliedsbeiträge zu zahlen. »Fans sind zudem die besten Weiterempfehler – und helfen somit im Vergleich zu sehr kostspieligen und häufig weniger erfolgreichen Mitglieder-Werbekampagnen sehr effizient bei der authentischen Gewinnung neuer Mitglieder, die ebenfalls dann dauerhaft bleiben und nicht wieder mit dem nächsten Beitragsbescheid ihre Mitgliedschaft kündigen«, so Eser.

Spitzenverbände der Wirtschaft erfüllen Mitgliedererwartungen offenbar nicht besonders gut

Die Spitze des Rankings – noch vor den Automobil-/Verkehrsclubs wie ADAC, AvD, ACE oder ADFC, den Vereinigungen mit ideellen Zielsetzungen wie Amnesty International oder Welthungerhilfe, und den Sportvereinen/-Verbänden des DOSB – führen die Umwelt- und Naturschutzorganisationen wie NABU, BUND, Greenpeace oder WWF deutlich an: Sie haben unter ihren Mitgliedern 38 Prozent Fans, also hochzufriedene und gleichzeitig emotional sehr verbundene Mitglieder. »Dies ist neben einer offensichtlich konsequenten und fokussierten Ausrichtung auf zentrale Mitgliederbedürfnisse sicherlich auch ein Ergebnis der Klimadebatte, die nach wie vor weltweit neben der Pandemie weit oben auf der politischen Agenda steht«, sagt Stefan Eser und ergänzt: »Und natürlich haben es hier Organisationen deutlich leichter, die eben für das besonders ‚Schöne‘, ‚Wahre‘ und ‚Gute‘ einstehen, wozu hier auch die Sozial- und Wohlfahrtsverbände mit 30 Prozent Fans gehören.«

Sorgen macht er sich um die sehr geringe Mitgliederbeziehungsqualität in den Handwerksinnungen und den Branchen-, Fach- und Arbeitgeberverbänden in Deutschland. »Wenn hier nur 15 bzw. 17 Prozent der Mitglieder hochzufrieden und gleichzeitig emotional sehr verbunden sind, ist das – gerade mit Blick auf die hohen Erwartungen an die großen Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft aus Handwerk, Dienstleistung und Produktion – ganz klar zu wenig«, befürchtet der langjährige Verbände-Experte. »Da es jedoch für ein ausgeglichenes Machtverhältnis zwischen den beiden Tarifparteien vielleicht sogar hilfreich ist, dass auch die Gewerkschaften lediglich auf nur 18 Prozent Fan-Mitglieder zählen können, stimmt mich dies im Sinne einer auch zukünftig friedlichen Regulierung der tarifpolitischen Arbeitswelt wiederum sehr optimistisch.«

Gelsen und aufgeschrieben von Michael Rasch

79 Worte in einem Satz? Wo gibt’s denn sowas?

In den Wahlprogrammen der Parteien zu Bundestagswahl 2021

Das stellte die Uni Hohenheim in ihrer neuen Studie vor. Kurz und knapp: Die Wahlprogramme werden immer unverständlicher. Was eigentlich verwundert, setzen doch die Parteien immer mehr auf Transparenz und Verständlichkeit. 

Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim stellt fest: »Oft lässt die Verständlichkeit der Wahlprogramme zu wünschen übrig«. Bandwurmsätze mit bis zu 79 Wörtern gibt es. Sie sind zwar nicht die Regel, kommen aber vor. Es gibt auch kürzere Programme, beispielsweise für das Internet. Trotzdem ist eine der Forderungen der Uni: Parteien könnten durchaus verständlicher formulieren. Die Frage lautet: Wollen sie es nicht? Denn es gibt mittlerweile, auch von der Uni Hohenheim Mittel und Wege, Sprache einfacher und transparenter zu machen.  

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Fairtube und Tech-Branche: »Die digitale Welt ist wie Wildwest«

Christiane Benner ist Zweite Vorsitzende der IG Metall

Metall-Gewerkschafterin Christiane Benner über den Kampf um soziale Gerechtigkeit und Umverteilung in der Plattformökonomie.

Frau Benner, bei dem Verein Fairtube engagiert sich die IG Metall seit 2019 für die Belange von Youtuber:innen. Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Initiative für eine Gewerkschaft, die mehrheitlich Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie vertritt. Wie kam es dazu?
Wir sind seit 2012 im Rahmen der sogenannten Plattformökonomie aktiv. Damals haben wir beobachtet, dass immer mehr Menschen ihre Arbeitsleistung auf Internetplattformen anbieten. Auch in unserem Bereich. Wir haben daraufhin viele Workshops mit Click- und Crowdworkern gemacht. So entstand auch der Kontakt zu Jörg Sprave und der Youtubers Union.

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Strategisches Framing

Einen Deutungsrahmen herstellen, Dinge in einen Rahmen stellen, Inhalte darstellen. Der Unterschied zwischen FakeNews und Framing wird deutlich. In diesem Buch gibt es neben der Einführung gute Beispiele, wie geframed wird. Drei Beispiele zeigt der Blog auf. Einen großen Anschnitt widmet der Autor dem strategischen Framing und seinen Techniken. Ebenso kommt das Frame-Building und das Frame-Setting zu Wort. Spannend gemacht und ein Gewinn für die Öffentlichkeitsarbeit. 

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